Ein Einblick in die Historie des Hospitaliter Ordens und seinen Nachfolgern von 1048 bis in das 21.Jahrhundert:

betenkreuz

1048: Jerusalem Die Hospitaliter vom Hl.Johannes zu Jerusalem entstehten ungefähr um das Jahr 1048 als Klostergemeinschaft, die sich der Pflege der Pilger und Kranken widmet und Bedürftige aufnimmt. Unter dem seligen Bruder Gerhard wird das Hospital vom Hl.Johannes im 1113 durch die Bulle von Papst Paschalis II. als kirchlicher Orden anerkannt und mit Unabhängigkeitsprivilegien ausgestattet.

Später auch aufgerufen, die Verantwortung für den militärischen Schutz der Kranken, Pilger und christlichen Gebiete zu übernehmen, erwirbt der Orden den Charakter eines zugleich religiösen und militärischen Ritterordens.

1310: Rhodos

Im Jahr 1291, nach dem Verlust von St. Johannes in Akkon, der letzten Bastion der Christenheit im Heiligen Land, lässt sich der Orden auf Zypern nieder.

Danach nimmt der Orden im Jahr 1310 die Insel Rhodos in Besitz und erwirbt dadurch territoriale Souveränität.

Zur Verteidigung der christlichen Welt gründet der Orden eine mächtige Flotte, patrouilliert die Östlichen Meere und schlägt zahlreiche und berühmte Schlachten.

Der Orden wird durch einen Großmeister, Souveräner Fürst von Rhodos, und einen Souveränen Rat regiert, prägt seine eigenen Münzen und unterhält diplomatische Beziehungen zu anderen Staaten.

Die Ordensritter wehren erfolgreich etliche Angriffe der Osmanen ab, müssen dann aber – von Sultan Suleiman dem Prächtigen mit einer mächtigen Flotte und einem großen Heer attackiert – am 1. Januar 1523 kapitulieren und die Insel in ehrenvollem Abzug verlassen.

1530: Malta

Während der folgenden sieben Jahre ist der Orden ohne eigenes Territorium, bis Kaiser Karl.V ihm die Insel Malta, Gozo und Comino sowie die Stadt Tripolis zu souveränem Lehen gibt.

Am 20.Oktober 1530 nimmt der Orden mit Zustimmung von Papst Clemens VII. Malta in Besitz.

Während der großen Belagerung von Mai bis September 1565 werden die Osmanen von den Rittern unter der Führung der Großmeisters Frá Jean de la Vallette (nach dem die Hauptstadt Maltas benannt ist) in die Flucht geschlagen.

Die Flotte des Ordens vom heiligen Johannes (oder von Malta, wie er allmählich genannt wird) ist eine der mächtigsten des Mittelmeers und hat Anteil an dem endgültigen vernichtenden Sieg über die Osmanen in der Seeschlacht von Pantoffel im Jahr 1571.

1798: Im Exil

Im Jahr 1798 besetzt Bonaparte, auf dem Weg nach Ägypten, die Insel Malta.

Aufgrund der Ordensregel, die es untersagt, gegen andere Christen zu kämpfen, leisten die Ritter keinen Widerstand und sind gezwungen, Malta zu verlassen.

Im Jahr 1800 besetzte die Engländer Malta.

Trotz der Anerkennung der souveränen Rechte der Ordens über Malta durch den Vertrag von Amiens (1802) kann der Orden die Insel nicht wieder in Besitz nehmen.

1834: Rom

Nachdem der Orden sich vorübergehend in Messina, in Catania und Ferrara niedergelassen hatte, wird er 1834 endgültig in Rom ansässig, wo er das Großmeisterpalais, Via Condotti, und die Villa Malta auf dem Aventin besitzt, die den Status der Extraterritorialität genießen.

Die ursprüngliche Mission des Ordens, der dienst an den Armen und Kranken, ist nun wieder zur Hauptaufgabe des Ordens geworden.

Die während des ersten Weltkrieges in großem Maßstab durchgeführten hospitalären und caritativen Aktivitäten wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges 1939-1945 weitgehend fortgesetzt.

Seitdem haben sie unter der Regierung des Großmeisters Frá Angelo de Mojana (1962-1988) und unter der seiner Nachfolger, des Großmeisters Frá Andrew Bertie (1988-2008) und dem aktuellen Fürst und 79.Großmeister  Frá  Matthew Festing eine beachtliche Weiterentwicklung erfahren.

21.Jahrhundert    Malteser Heute

Gestützt auf eine ununterbrochene Geschichte von neun Jahrhunderten, ist der Souveräne Malteser-Orden heute stolz darauf, in der direkten Nachfolge des Hospitalordens vom Hl.Johannes zu Jerusalem zu stehen, der von der katholischen Kirche im Jahr 1113 anerkannt wurde.

Der Souveräne Malteser-Orden ist in 55 Ländern mit sechs Großprioraten, vier Subprioraten und 45 nationalen Assoziationen vertreten und unterhält zahlreiche Krankenhauseinrichtungen, medizinische Zentren, Ambulanzstaionen, Hilfskorps, Stiftungen und Spezialeinrichtungen in 110 Ländern.

Seine 11.000 Mitglieder und 80.000 freiwilligen Helfer widmen sich mit der Unterstützung von 10.000 hochqualifizierten Ärzten, Krankenpflegern und ärztlichen Hilfskräften den Armen, Kranken und allen Notleidenden.

Quelle: Manuale Gebete-Gedanken-Geschichte

Handreichung des Deutschen Subpriorats

des Heiligen Michael im Souveränen Malteser-Ritter-Orden

zusammengestellt von Praxedis Boeselager,Mario Matuschka und Peter Pfeil

Erschienen bei Verlag Butzon & Bercker Kevelaer

http://www.buch.de/buch/06577/540_manuale.html